Fated Shadow II - Pentref Mawre

Schlummert in Aveline noch ein Fünkchen der Dimensionswandlerin Nagual? Das zumindest vermuten Samael, der Höllendämon, und Azrael, der gefallene Engel. Um Gewissheit zu erlangen, macht sich das ungleiche Trio auf den Weg nach Pentref Mawre, eine andere und magische Dimension. Doch dort erwartet sie eine Überraschung: Das Reich hat einen neuen Herrscher. Und der hat seine ganz eigenen Pläne mit ihnen ...

Schlagworte zum Buch:

Aufrufe 37 | Genre Fantasy | Sprache Deutsch | Altersempfehlung 16+ | Website zum Buch Link

Kindle Edition

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Taschenbuch

( 978-3745074796 )

Wie ein wildes Tier, eingesperrt in einem zu kleinen Käfig, lief sie in dem riesigen Wohnzimmer der Hotelsuite auf und ab. Sie trug ein schwarzes Spaghetti-Top, eines der wenigen Kleidungsstücke, das die Schwingen noch nicht zerfetzt hatten. Gerade legten ihre Flügel eine Pause ein und schlangen sich wie eine Korsage um ihren Oberkörper. Dabei kreuzten sich die beiden Krallen und bildeten eine Art Verschluss vor ihrer Brust. Samaels durchdringender Blick verfolgte sie bei ihrer Wanderung.

»Seit über drei Wochen haltet ihr mich hier schon fest. Ich muss mal wieder raus. Ich brauche frische Luft und …« Aveline überlegte kurz, doch ihr fiel nur etwas typisch Weibliches ein, »... neue Klamotten und Schuhe!«

»Schuhe!« Dem Dämon sackten die Mundwinkel nach unten. »Echt jetzt, Aveline?«, schnaubte Samael. »Außer diesen Knobelbechern, die das Ende deiner Beine einleiten, lässt du doch kein anderes Paar Latschen überhaupt in die Nähe deiner Füße.« Genervt rollte er mit den Augen.

»Wie nennst du meine Doc Martens? Knobelbecher?« Demonstrativ stampfte sie auf den Dämon zu. Er wollte gerade etwas erwidern, als Azrael durch die Tür geschlendert kam. Der Erzengel wirkte heiter, fast schon ausge-lassen, was bei ihm eher eine Seltenheit war. Er hatte zwei große Einkaufstüten bei sich und reichte sie Aveline.

»Hier, für dich. Ich hoffe, es sagt dir zu.«

Aufgeregt nahm sie die Tüten entgegen und wühlte darin herum. Zwei schwarze Hosen, vier Oberteile sowie ein paar Dessous.
Woher kennt er denn meine Größe? Verwundert hob sie die Augenbrauen, zog einen schwarzen Spitzen-BH her-aus und sah ihn an.

»Ist es die richtige Größe?« Unsicherheit spiegelte sich in seinen Augen.

»Kannst du Gedanken lesen?«
Ihre Überraschung verursachte ein Zucken in seinem Mundwinkel.

»Wir brechen bald auf, und da, wo wir hingehen werden, gibt es keine Geschäfte oder Boutiquen, wie du sie kennst. Also dachte ich, du wirst etwas brauchen«, wechselte er das Thema.

»Azrael, der Frauenversteher«, neckte Samael ihn, während er sich eine Zigarette drehte. Falls Erzengel über-haupt erröten konnten, dann hatte Azrael sich gut unter Kontrolle. Auch seine Miene veränderte sich nicht. Zu lange kannte er bereits den Dämon, um sich darüber aufzuregen, wenn der ihn aufzog.

»Wir gehen fort? Wohin?« Aveline schnappte sich die Tüten. Die Aufregung hatte nun vollends von ihr Besitz ergriffen. Endlich kam sie aus dem Hotelzimmer heraus.

»Wir fahren nach Stonehenge«, erklärte Samael ruhig und blies Ringe aus Rauch in die Luft.

Die Geschenke fielen mit einem dumpfen Geräusch zu Boden.
Aveline runzelte die Stirn.
»Stonehenge? Dort gibt es doch nur ein paar alte Steine. Was wollen wir da?« Ihre Laune erreichte gerade den Keller des Hotels und wollte sich darin verstecken. Außer der kleinen Ortschaft Amesbury und diesem Steinkreis gab es dort nichts.

Samael bemerkte ihren Unmut. »Dort gibt es bei Weitem mehr, als du denkst, Aveline.«

An dieses diabolische Grinsen hatte sie sich auch in den letzten Wochen nicht gewöhnen können.

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